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Kathrin Lena Orso: “Klapp auf, such mit! Wimmelige Ostern mit Hase Hubsi”

Kathrin Lena Orso (Autorin)
Olena Kvitka (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 2 Jahren
4 Seiten
Pappbilderbuch: 12,00€

Wunderschöne Osterzeit!

Wie feiern die Menschen eigentlich Ostern? Das fragt sich Hase Hubsi schon lange. Also verlässt er das Osterhasenland und beobachtet Familie Becker heimlich im Garten, beim Basteln und Dekorieren und natürlich beim Ostereiersuchen.

Lustiger Wimmel-Suchspaß für alle, die sich auf das Osterfest freuen!
(Klappentext)

Ostergewimmel zum Aufklappen

Ostern ist für Kinder ohnehin schon ein ziemlich spannendes Fest. Es wird gebastelt und dekoriert und überall im Garten tauchen wie durch Zauberei wunderschöne bunte Eier auf. In Wimmelige Ostern mit Hase Hubsi schaut sich ausgerechnet ein Osterhase selbst an, wie Menschen eigentlich Ostern feiern. Dabei müsste er es doch am besten wissen, oder? Naja, Hase Hubsi verlässt dafür jedenfalls das Osterhasenland und beobachtet Familie Becker bei ihren Vorbereitungen. Dabei entfalten sich auf den Seiten vier große Szenen rund um das Osterfest.

Das Erste, was bei diesem Buch auffällt, ist seine ungewöhnliche Form. Die Seiten lassen sich weit ausklappen, sodass aus einer normalen Buchseite eine breite Wimmelwelt entsteht. Beim Aufklappen öffnet sich nach und nach eine große Szene, fast wie ein kleines Bühnenbild. Gerade für kleine Kinder ist das ein schöner Überraschungsmoment.

In diesen vier großen Bildern gibt es jede Menge zu entdecken: Menschen im Garten, Kinder beim Spielen, Tiere, kleine Missgeschicke und viele Details, die man beim ersten Durchblättern gar nicht alle erfassen kann. Die Illustrationen sind farbenfroh und freundlich gestaltet, dabei aber angenehm übersichtlich. Es ist viel los, aber nicht chaotisch.

Zusätzlich gibt es kleine Suchaufgaben. Am Rand sind Gegenstände oder Figuren abgebildet, die im Bild wiedergefunden werden sollen. Der Text ist bewusst knapp gehalten und begleitet die Bilder eher im Hintergrund. Jede der vier Szenen wird von acht gereimten Versen eingerahmt. Die Reime sind leicht verständlich und geben eine kleine Orientierung, während der eigentliche Spaß darin besteht, gemeinsam durch die Bilderszenen zu wandern und immer neue Dinge zu entdecken.

Eine große Geschichte darf man bei einem Wimmelbuch natürlich nicht erwarten. Hase Hubsi ist eher ein neugieriger Beobachter, der durch die Szenen führt. Der Fokus liegt klar auf den Bildern und den Entdeckungen beim Betrachten.

Insgesamt ist das Buch ein fröhliches Oster-Wimmelbuch. Die großen Ausklappseiten sind eine besonders schöne Idee. Sie machen das Buch zu etwas Besonderem und sorgen dafür, dass man beim Blättern immer wieder neue kleine Szenen entdeckt. Gerade für jüngere Kinder ist das eine unterhaltsame Beschäftigung rund um die Osterzeit.

Vielen lieben Dank an den Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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Gesundheit Kinderbücher ab 8 Jahre Ratgeber Rezensionen Sachbücher für Kinder

Johanna Klement: “Körperquatsch mit Soße: Absurde Körperweisheiten und was an ihnen dran ist”

Johanna Klement (Autorin)
Tine Schulz (Illustratorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
40 Seiten
Gebundenes Buch: 15,90 €

Absurde Körperweisheiten – und wie man nicht auf sie hereinfällt.

Auf einem Streifzug durch den Körper deckt die Ärztin Johanna Klement die häufigsten und absurdesten Körperweisheiten auf – von Kopf bis Fuß!

Ein Buch für alle Kinder, die sich gerne Sachwissen und Humor einverleiben wie eine große Portion Spaghetti. Aber aufessen, sonst gibt’s morgen schlechtes Wetter! Oder wie war das nochmal?!
(Klappentext)

Obstbäume im Bauch, Spaghetti aus den Ohren und weitere Familienmärchen

„Schrei nicht so, mir platzt gleich das Trommelfell!“
„Wenn du Kirschkerne schluckst, wächst dir ein Baum im Bauch!“

Solche Sätze halten sich erstaunlich zäh über viele Generationen hinweg. Man hört sie selbst als Kind, nimmt sie mal mehr mal weniger ernst und irgendwann trägt man sie selbst an die eigenen Kinder weiter. Meistens meint man es doch nur gut oder sogar nur im Scherz. Manchmal bedient man sich ihrer auch, weil es gerade der bequemste Weg ist. Nur dumm, wenn sie im Kopf des Kindes hängen bleiben und sich plötzlich gar nicht mehr so lustig anfühlen oder sogar Angst erzeugen.

Körperquatsch mit Soße greift genau diese Sprüche auf, um sie gründlich zu überprüfen. Das Buch wendet sich dabei direkt an die Kinder, stellt Fragen, spricht mögliche Zweifel an und zeigt dann, was tatsächlich im Körper passiert. Dabei geht es nicht nur um ein schnelles Stimmt! oder Stimmt nicht!, sondern auch darum, warum sich solche Weisheiten so hartnäckig halten.

Die Reise führt vom Kopf bis zu den Füßen. Jede Behauptung bekommt ihren eigenen Auftritt, meist auf einer Doppelseite, übersichtlich und gut portioniert. Man kann vorne anfangen oder gezielt zu dem Mythos springen, der gerade für Diskussionen gesorgt hat.

Was dem Buch besonders gut gelingt, ist die Balance zwischen Humor und Sachlichkeit. Die Illustrationen übertreiben genüsslich. Wenn ein Kirschkern im Bauch tatsächlich zum Baum würde, dann sieht man hier sehr deutlich, wie absurd das wäre. Gleichzeitig bleiben die Erklärungen klar und nachvollziehbar. Man merkt, dass medizinisches Wissen dahintersteht, das den eigentlichen Hintergrund solcher Sprüche erklärt.

Schön ist auch, dass Kinder nicht nur Antworten bekommen, sondern ermutigt werden, Aussagen zu hinterfragen. Warum sagen Erwachsene so etwas? Glauben sie selbst daran? Und wie findet man heraus, was wirklich stimmt? Dieser Gedanke zieht sich durch das Buch und macht es mehr als nur zu einer Sammlung lustiger Irrtümer. Natürlich ist es kein umfassendes Anatomiebuch. Die Mythen werden kompakt erklärt, ohne tief in wissenschaftliche Details einzusteigen. Für die Zielgruppe ab etwa acht Jahren ist das aber genau richtig so.

Körperquatsch mit Soße räumt mit alten Körperweisheiten auf. Es zeigt, was an ihnen dran ist und was einfach nur eine lächerliche Übertreibung darstellt. Es nimmt Kinder ernst, ihre Fragen auch und liefert Argumente, die man beim nächsten Körperquatsch gut gebrauchen kann.

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Fantasy Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Rezensionen

Marcus Raffel: “Flora Brimble und der verlorene Frühling”

Marcus Raffel (Autor)
Maximilian Meinzold (Illustrator)
Thienemann Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
336 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00 €

Flora Brimble liebt es, spannende Geschichten zu erfinden – doch dann stolpert sie Hals über Kopf selbst in eine: Der Frühling ist verschwunden und nur die geheimnisvolle Maikönigin kann ihn retten. Flora begibt sich auf die Suche nach ihr und trifft dabei auf einen schrulligen Kobold und ein sprechendes Eichhörnchen. Schon bald ahnen die drei gar nicht heldenhaften Gefährten, dass bei dieser fantastischen Reise nicht weniger als das Schicksal der ganzen Welt auf dem Spiel steht. Und spätestens als eine Hexe und Floras eigentlich nur ausgedachte Romanheldin auftauchen, wird klar: Hier wartet ein Abenteuer, das selbst Flora niemals hätte erfinden können. (Klappentext)

Zwischen Fantasie und Wirklichkeit: Floras Reise in eine seltsame Welt

Im englischen Küstenort Rye scheint der Winter einfach nicht enden zu wollen. Alles wirkt grau, nieselig und still – und genauso fühlt sich auch Flora Brimble. Als sie sich an ihrem 13. Geburtstag eine besondere Tinte kauft, wird eine Reihe seltsamer Geschehnisse in Gang gesetzt. Flora macht sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Maikönigin, die den Frühling zurückbringen soll. Auf ihrem Weg begegnet sie unter anderem einem eigenwilligen Kobold und einem sprechenden Eichhörnchen. Schnell merkt man, dass dieses Abenteuer komplizierter ist, als Flora sich das in ihren selbst erfundenen Geschichten je ausgedacht hätte.

Beim Lesen hat mich überrascht, dass dieses Buch deutlich ungewöhnlicher ist, als Cover und Klappentext vermuten lassen. Wer hier ein klassisches Fantasyabenteuer erwartet, bei dem eine Heldin eine Reihe von Herausforderungen meistert, wird wohl verwundert sein. Die Geschichte bewegt sich oft zwischen Realität, Fantasie und Intertextualität. Manchmal fühlt es sich ein bisschen so an, als wäre man ins Kaninchenloch gefallen.

Die Sprache passt aber gut zu dieser Stimmung. Marcus Raffel schreibt bildreich und teilweise sehr poetisch. Manche Szenen lesen sich wie kleine Märchen, andere eher wie nachdenkliche Gedanken. Gleichzeitig sorgt Floras Reisegesellschaft immer wieder für humorvolle Momente. Das sprechende Eichhörnchen und der schrullige Kobold sollten vermutlich verhindern, dass die Handlung zu schwer wird. Allerdings gelingt das nur in sehr flüchtigen Momenten.

Man merkt einfach, dass dieses Buch mehr will als nur ein Abenteuer erzählen. Vieles dreht sich um Floras Gedanken, ihre Ängste und ihre Fantasie, ein großer Part ist aber auch ihrer erfundenen Heldin Harriet zugedacht. Immer wieder verschwimmen dabei die Grenzen zwischen dem, was wirklich passiert, und dem, was vielleicht nur aus einer Geschichte stammt, die Flora sich selbst erzählt.

Genau hier liegt für mich auch der Punkt, an dem das Buch ein bisschen herausfordernd wird. Offiziell richtet es sich an Kinder ab zehn Jahren. Beim Lesen hatte ich allerdings öfter das Gefühl, dass manche Ebenen der Geschichte für jüngere Leser:innen schwer zu greifen sein könnten. Die Handlung springt gelegentlich zwischen verschiedenen Wirklichkeitsebenen hin und her und nicht alles wird sofort erklärt. Für erwachsene Fantasyfans wohl eine Freude haben. Kinder, die einfach ein geradliniges Abenteuer erwarten, könnten sich zwischendurch fragen, was hier eigentlich gerade passiert.

Wunderbar gelungen ist dagegen die Gestaltung des Buches. Die Illustrationen von Maximilian Meinzold umrahmen die märchenhafte Atmosphäre ganz herrlich, und der Farbschnitt macht das Buch optisch zu einem Hingucker im Regal.

Flora Brimble und der verlorene Frühling ist für mich kein typisches Kinder-Fantasybuch. Es ist eher eine geheimnisvolle Geschichte über Fantasie, Hoffnung und darüber, wie mächtig Geschichten sein können. Wer poetische Fantasy mag und sich gern auf eine etwas ungewöhnlich erzählte Welt einlässt, kann hier eine spannende Entdeckung machen – auch wenn sie vielleicht anders ausfällt, als man zunächst erwartet.

Ich danke vorablesen.de für die Möglichkeit, dieses Buch lesen und rezensieren zu dürfen!

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Cozy Romance Detektive Halloween Herbst Rezensionen

Josie Silver: “The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love” (Band 1)

Josie Silver (Autorin)
Rowohlt Taschenbuch Verlag
336 Seiten
Paperback: 18,00€
Die erste weibliche Ghostbusting Agency

Melody Bittersweet kann, wie alle Frauen ihrer Familie, Geister sehen. Doch während ihre Mutter und Großmutter die Toten im Auftrag ihrer Hinterbliebenen nach verlegten Eheringen befragen, gründet Melody mit ihrer besten Freundin Marina die Girls Ghostbusting Agency. Ihr erster Auftrag: ein Herrenhaus von drei Geisterbrüdern zu befreien, die eine Familientragödie an ihr ehemaliges Zuhause kettet. Zu ihrem Missfallen muss sie feststellen, dass ihr größter Konkurrent ebenfalls auf den Fall angesetzt ist: Leo Dark, telegenes Medium – und Melodys Ex. Und dann gibt es da noch den unverschämten Journalisten Fletcher Gunn, der ärgerlich gut aussieht und bald mindestens ebenso sehr in Melodys Kopf herumspukt wie die drei Geisterbrüder… (Klappentext)

Charmante Idee, die mich nicht ganz erreicht hat

Die Idee hat mich sofort angesprochen: eine weibliche Ghostbusting-Agentur, ein altes Herrenhaus mit drei ruhelosen Brüdern und dazu ein bisschen Liebeschaos. Das klingt nach Tempo, Witz und vielleicht sogar ein bisschen Grusel.

Im Mittelpunkt steht Melody, die – wie alle Frauen in ihrer Familie – Geister sehen kann. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Marina macht sie aus diesem Talent ein Geschäft. Der erste große Auftrag führt sie in ein Herrenhaus, dessen Geister nicht einfach nur herumspuken, sondern an einer alten Tragödie festhängen. Das hätte richtig atmosphärisch werden können.

Der Roman wird aus Melodys Perspektive erzählt. Das schafft zwar Nähe, sorgt aber auch dafür, dass sich vieles stark auf sie fokussiert statt auch einmal auf die anderen Figuren. Die wirken auf mich einfach nur platziert. Der Humor ist ebenfalls spürbar zu gewollt und trifft zu dem nicht immer ins Schwarze. Manche Szenen sind charmant, andere ziehen sich arg in die Länge.

Am meisten interessiert hat mich tatsächlich die Geschichte der drei Geisterbrüder. Da steckt Emotion drin, da gibt es ein Geheimnis, das nach und nach freigelegt wird. Diese Passagen haben für mich am besten funktioniert. Der paranormale Aspekt bleibt insgesamt eher gemütlich als unheimlich. So richtig Gänsehaut bekommt man nicht.

Weniger überzeugend fand ich die romantischen Verwicklungen. Das angedeutete Liebesdreieck bleibt für meinen Geschmack zu oberflächlich. Weder der Ex noch der Journalist gewinnen genug Profil, um echte Spannung zu erzeugen. Deutlich sympathischer war mir das Kernteam der Agentur. Marina und vor allem Artie bringen eine angenehme Bodenständigkeit mit, die der Geschichte gut tut.

Ich muss ehrlich sagen: So richtig mitgerissen hat mich das Buch nicht. Die Grundidee hat Potenzial, aber Tempo und Emotion bleiben oft hinter dem zurück, was möglich gewesen wäre. Trotzdem hat die Geschichte einen leichten, unkomplizierten Ton und dürfte Leser:innen ansprechen, die Lust auf eine seichte Paranormal-Romance haben.

Für mich war es eher eine nette Geisterjagd als ein echtes Spukabenteuer. Aber vielleicht entfaltet sich das volle Potenzial ja erst in den Folgebänden.

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Bilderbücher Kinderbücher Kinderbücher ab 3 Jahre Kinderbücher ab 4 Jahre Rezensionen Vorlesebücher

Christian Merveille: “Eilig, so unglaublich eilig!”

Christian Merveille (Autor)
Lorenzo Sangiò(Illustrator)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 4 Jahre
32 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00€

Es war einmal ein Hase.
Ein Hase, der es eilig hatte, sehr eilig.
Unglaublich eilig!
Und so rennt er durch die Geschichte.
Rennst du mit ihm?
Oder würdest du dir lieber Zeit lassen und unterwegs viel Schönes entdecken?
Such es dir aus!

(Klappentext)

Ein Bilderbuch, das zum Innehalten einlädt

In diesem Buch geht es um einen Hasen in großer Eile. Er rennt los, hastet durch die Straßen, durch den Tag, immer mit dem Gefühl, dringend irgendwohin zu müssen. Warum? Wieso? Weshalb? Wohin? Das alles bleibt erstmal offen. Wichtig ist nur: Er ist schnell. Sehr schnell. Und während er rennt, geschehen um ihn herum so viele Dinge, die er gar nicht wahrnimmt – Freunde, kleine Wunder, alltägliche Momente. Erst am Ende des Tages, wenn es zu dunkel wird, um schnell zu rennen, wird er gezwungenermaßen langsamer. Am Ende des Weges warten seine Freunde bereits auf ihn. Und plötzlich stellt sich die Frage: War die Eile überhaupt nötig?

Dieses warmherzige Bilderbuch erzählt eine einfache Geschichte. Es gibt keinen großen Konflikt, sondern einfach eine Situation, die man verfolgt. Man begleitet einen Hasen durch einen Tag voller Hast und erkennt nach und nach, was ihm dabei entgeht. Der Text ist knapp gehalten und folgt dem Rhythmus des Laufens. Das Vorlesen fühlt sich zunächst tatsächlich etwas schneller an und spiegelt die Situation des Hasen wider.

Die Illustrationen setzen dazu einen schönen Kontrast. Während der Hase rennt, zeigen sie all das, was am Wegesrand passiert: kleine Szenen, Begegnungen, Details, die man beim ersten Durchgang leicht übersieht. Kinder bleiben an dieser Stelle oft schon länger hängen als der Text es vorgibt. Sie zeigen, erzählen, fragen.

Einzigartig ist das Ende der Geschichte. Die Handlung ist nicht einfach vorbei, nachdem der Hase bei seinen Freunden ankommt. Sondern das Buch richtet sich direkt an die Kinder. Sie dürfen entscheiden, ob sie den Hasen noch einmal begleiten möchten. Nicht noch einmal so schnell, sondern bewusst langsamer. Beim zweiten Lesen verändert sich das Buch spürbar. Plötzlich wird nicht mehr durchgeblättert, sondern verweilt. Man entdeckt Dinge, die vorher keine Rolle gespielt haben. Der Weg wird interessant, nicht nur das Ankommen.

Für Kinder ab etwa vier Jahren funktioniert das insbesondere beim ersten Vorlesen sehr gut, auch wenn sie natürlich an den Illustrationen hängenbleiben. Die Bilder sind detailreich und in warmen, leuchtenden Tönen gehalten. Ein bisschen nostalgisch, aber dadurch strahlen sie eine innere Ruhe aus, die dem Häschen etwas abhanden gekommen ist.

„Eilig, so unglaublich eilig!“ ist ein wirklich warmherziges Bilderbuch, das nicht ausbremst, sondern einlädt. Zum Wiederlesen. Zum Entdecken. Und dazu, den Weg vielleicht einfach ein bisschen bewusster zu gehen.

Allerliebsten Dank an den Penguin Junior Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Bilderbücher Kinderbücher Kinderbücher ab 3 Jahre Rezensionen Vorlesebücher

Ben Clanton: “Dieses Buch ist gefährlich”

Ben Clanton (Autor/ Illustrator)
cbj Verlag
Lesealter: ab 3 Jahren
52 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00€

Dieses Buch ist gefährlich

In diesem Buch lauern auf jeder Seite Gefahren – aber die kleine Qualle darin mag gefährliche Dinge überhaupt nicht! Am liebsten möchte sie aus dem Buch heraus… oder zumindest sicher bis ans Ende kommen. Komm mit und begleite die kleine Qualle auf ihrer gefährlichen Reise. Aber wehe, du weckst die schlafenden Wasserschlangen, spielst an der versunkenen Kanone herum, oder machst irgendetwas anderes, dass dieses gefährliche Buch für die kleine Qualle noch gefährlicher macht! (Klappentext)

Für kleine Unruhestifter

In diesem Buch geht es um eine kleine Qualle, die eigentlich nur eines möchte: sicher und unauffällig bis zur letzten Seite kommen. Leider hat sie Pech, denn sie steckt ausgerechnet in einem Buch, das voller Warnschilder, und Gefahren steckt. Schlafende Seeschlangen, Kanonen, spitze Dinge und hungrige Haie. Alles, was man lieber meiden sollte, taucht hier auf. Und während die Qualle verzweifelt versucht, Schaden abzuwenden, sitzen auf der anderen Seite die Kinder, die entscheiden können, ob sie leise sind, die Kanone anfassen, weiterblättern oder das Buch schütteln.

Der Reiz dieses Buches liegt im Miteinander zwischen der Qualle und den kleinen Leser:innen. Die Qualle kommentiert, protestiert, bittet, schimpft und gerät zunehmend aus der Fassung. Sie weiß genau, was schiefgehen kann, und kündigt das Unheil meist schon im Voraus an. Gerade dadurch wird jede Seite spannend, denn natürlich will man ausprobieren, was passiert, wenn man sich nicht an die Regeln hält.

Der Text arbeitet viel mit direkter Ansprache und kurzen, klaren Aufforderungen. Kinder werden nicht belehrt, sondern angesprochen. Sie dürfen Entscheidungen treffen, auch wenn diese Entscheidungen für die Qualle ausgesprochen unangenehm sind. Das sorgt für allerhand Gelächter (auch bei uns Vorlesenden).

Die Illustrationen unterstützen die Handlung hervorragend. Sie sind grafisch stark, mit kontrastreichen Farben und sehr deutlichen Ausdrücken. Die Qualle ist in ihrer Körpersprache extrem gut lesbar: Angst, Wut, Panik, Hoffnung. Alle Emotionen sind deutlich erkennbar. Dazu kommen die vielen Schilder, Pfeile und Warnhinweise, die fast schon überfordern und genau dieses Gefühl von „Hier läuft alles schief“ visuell verstärken. Man bleibt automatisch hängen und sucht Details.

Was mir besonders gefallen hat, ist, dass das Buch keine Spielereien braucht, keine Klappen, keine Pop-ups, keine Extras. Alles passiert über Sprache, Bild und das aktive Mitmachen der Kinder. Das fördert das aktive Zuhören, das Wahrnehmen und zeigt erste Reaktionsketten: Wenn ich dies tue, dann passiert das.

„Dieses Buch ist gefährlich“ eignet sich hervorragend für Kinder ab etwa drei Jahren, die Spaß daran haben, Dinge auszuprobieren, Regeln zu ‘hinterfragen’ und Reaktionen auszulösen. Und die kleine Qualle muss das irgendwie aushalten.

Vielen lieben Dank an vorablesen.de und den Verlag, die uns dieses brandgefährliche Buch zu Rezensionszwecken überlassen haben!

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Fußball Geschenkbücher Hobby Kinderbücher ab 8 Jahre Kinderbücher ab 9 Jahre Rezensionen Sachbücher für Kinder

Guinness World Records Fußball Edition

Guinness World Records Ltd. (Herausgeber)
Lesealter: ab 8 Jahren
192 Seiten
Gebundenes Buch: 17,99 €

Guinness World Records Fußball Edition ist das brandaktuelle Nachschlagewerk rund um die weltweit beliebteste Sportart. Es steckt voller Fakten, Statistiken und Portraits deiner Lieblingsrekordspieler. (Klappentext)

Fußballrekorde zwischen Staunen und Reizüberflutung

Die Guinness World Records – Fußball Edition ist für fußballbegeisterte Kinder und Jugendliche ein absolutes Muss. Inhaltlich geht es um die 100 bedeutendsten Fußballrekorde aller Zeiten, quer durch Epochen, Ligen und Geschlechter. Große Namen wie Pelé, Maradona, Messi oder Marta stehen neben aktuellen Stars und außergewöhnlichen Einzelleistungen, ergänzt durch Rekorde zu Vereinen, Spielen, Turnieren und besonderen Momenten. Der Fokus liegt erfreulicherweise auch auf Vielfalt: Männer- und Frauenfußball werden selbstverständlich gemeinsam behandelt, ebenso klassische Profiwettbewerbe und modernere Formen wie Freestyle oder eSport.

Der Aufbau folgt einem Countdown von Platz 100 bis Platz 1. Jeder Rekord bekommt in der Regel eine Doppelseite oder eine volle Seite. Das sorgt für etwas Übersicht auf der einzelnen Seite, auch wenn das Buch insgesamt sehr dicht gestaltet ist. Fotos, Infokästen, Zahlen, Grafiken und kurze Textblöcke konkurrieren teilweise stark um Aufmerksamkeit. Für Kinder, die visuelle Reize mögen und schnell zwischen Informationen springen, funktioniert das gut. Ruhige Leser:innen oder Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten könnten sich davon allerdings auch erschlagen fühlen.

Inhaltlich sind die Texte knapp und verständlich gehalten. Man braucht kein tiefes Vorwissen, um den Rekorden folgen zu können. Fachbegriffe werden meist durch Kontext oder Bildmaterial erklärt. Besonders für Kinder ab etwa 8 Jahren ist das dann gut zugänglich. Ab 8 aufwärts gibt es keine Altersgrenze. Ich denke, jeder, der sich für Fußball begeistert, kann sich über das Buch freuen und wird es mit viel Begeisterung durchblättern.

Viele Rekorde erzählen auch kleine Geschichten, zum Beispiel über außergewöhnliche Karrieren, überraschende Wendungen oder Leistungen, die unter besonderen Umständen entstanden sind. Dadurch bekommt das Buch mehr Tiefe, als man auf den ersten Blick erwarten würde. Auch die Mischung aus historischen und aktuellen Rekorden sorgt für zusätzlichen Informationsgehalt. In der Zielgruppe kommt das Buch sehr gut an, vor allem bei Kindern, die Fußball ohnehin lieben, aber nicht unbedingt gern längere Texte lesen.

Unterm Strich ist die Guinness World Records Fußball Edition ein inhaltlich starkes, visuell sehr präsentes Buch, das Wissen, Staunen und Begeisterung verbindet. Sehr effektiv darin, Neugier zu wecken und Fußballgeschichte greifbar zu machen. Für junge Fußballfans ein echtes Highlight und buntes Nachschlagewerk.

Ein riesengroßes Dankeschön an vorablesen.de und den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Kinderbücher Kinderbücher ab 9 Jahre Rezensionen

Christoph Karrasch: “Rios magische Reisen – Plötzlich in New York”

Christoph Karrasch (Autor)
Daniel Steudtner (Illustrator)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 9 Jahren
208 Seiten
Gebundenes Buch: 14,00€

Herzlich willkommen im magischsten Hotel der Welt!

Von hier aus kannst du an jeden Ort der Erde reisen.

Kurz vor den Sommerferien hat Rio nur einen Wunsch: Endlich raus aus Bad Dösendorf und die Welt entdecken. Da gibt es bloß ein klitzekleines Problem: Seine Eltern führen das Hotel Fernweh am Marktplatz und haben keine Zeit für Urlaub.

Doch plötzlich ändert sich alles: Eines der Hotelzimmer erwacht zum Leben und katapultiert Rio und seine Freunde direkt in die Weltstadt New York. Was als lustiges Abenteuer beginnt, hat einen großen Haken: Die Kinder können nur dann zurückkehren, wenn sie den magischen Gegenstand des geheimnisvollen Phil A. Delphia finden. (Klappentext)

Ein Hotel voller Wunder und ein Abenteuer mitten in New York

Die Idee, ein Hotel voller Türen in andere Länder zu erfinden, ist einfach genial. Hotel Fernweh klingt definitiv nach einem Hotel, in das man unbedingt einchecken möchte. Rio lebt dort mit seinen Eltern und während sie sich um die Gäste kümmern, träumt er davon, endlich selbst auf Reisen zu gehen. Dass sich dieser Wunsch erfüllt, ist der Beginn eines Abenteuers, das Fantasie und Fernweh wunderbar miteinander verbindet.

Im ersten Band führt es Rio und seine Freunde Nelly, Ben und Anna nach New York. Die Reise dorthin beginnt nicht mit einem Flugzeug, sondern mit einem Zimmer, das plötzlich zum Portal wird. Kaum angekommen, stolpern die vier mitten hinein in das Leben dieser Stadt. Es ist laut, bunt und ein bisschen chaotisch. Sie müssen ein Rätsel lösen, um wieder nach Hause zu finden und stoßen dabei auf den geheimnisvollen Namen Phil A. Delphia.

Christoph Karrasch, der selbst Reisejournalist ist, schreibt mit spürbarer Begeisterung für Orte, Menschen und Geschichten. Seine Beschreibungen von New York wirken lebendig. Man merkt, dass hier jemand schreibt, der die Stadt kennt und Kindern Lust machen will, selbst mehr von der Welt zu sehen. Besonders gelungen sind die kleinen „Christophs Checks“ am Ende des Buches. Das sind kurze Fakten, witzige Infos und echte Tipps rund um New York.

Die Figuren sind sympathisch, glaubwürdig und wunderbar unterschiedlich. Rio ist neugierig und impulsiv, Anna überlegt und ruhig, Ben sorgt für Humor und Nelly bringt den nötigen Mut mit. Ihre Dynamik erinnert an klassische Abenteuergeschichten, wirkt aber modern und natürlich. Zwischen Selfies, Hot-Dogs und Straßentrubel bleibt auch Raum für Zusammenhalt und Freundschaft.

Der Stil ist leicht, flott und dabei gut geschrieben. Es ist kein überdrehtes Actionbuch, sondern eine Geschichte, die neugierig macht und Spaß beim Lesen bringt. Das Buch ist ideal für Kinder, die Abenteuer lieben, aber sich auch für echte Orte interessieren. Und ganz nebenbei vermittelt es Offenheit und Neugier auf andere Kulturen.

Rios magische Reisen – Plötzlich in New York ist ein gelungener Reihenauftakt: spannend, humorvoll und mit viel Herz für die Welt erzählt. Man spürt, dass hier jemand Kinder nicht nur unterhalten, sondern für das Reisen begeistern möchte, und das funktioniert – wie ich finde – auf jeder Seite.

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Cyndia Hartke: “Die Grummelhummel – Mission Moor”

Cyndia Hartke (Autorin & Illustratorin)
AlibriVerlag
Lesealter: ab 6 Jahre
32 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00 €

Die Grummelhummel ist grummelig, denn sie hat riesigen Hunger. Warum findet sie keine Glockenblumen – ihre absolute Leibspeise – mehr? Mit ihren Freunden – Regenwurm Wim, Feuerwanze Ferdi, Spinne Spidi und Ameise Anz – begibt sie sich auf eine Reise in ein mysteriöses Moor. Dort stellen sie fest, dass sie nicht die einzigen sind, die vor ganz neue Probleme gestellt sind. Denn auch hier ist nichts mehr so, wie es mal war. Das Moor droht sogar auszutrocknen! Auf ihrer Mission Moor lernen sie, dass auch Winzlinge Großes erreichen können, wenn alle ihre Superkräfte einsetzen und dass es meist möglich ist, Lösungen zu finden, auch wenn alles erst einmal nicht gut aussieht. Probleme lösen und Dinge verändern kann sogar richtig Spaß machen. (Klappentext)

Von Hunger, Freundschaft und einem Moor in Gefahr

Die Grummelhummel hat einen dieser Tage, an denen einfach alles nervt. Vor allem der leere Magen. Ihre geliebten Glockenblumen sind verschwunden! Wenn das kein Grund für schlechte Laune ist. Aus diesem sehr nachvollziehbaren Ausgangspunkt entwickelt sich in Die Grummelhummel: Mission Moor eine Geschichte, die überraschend viel Tiefe mitbringt.

Mir ist direkt aufgefallen, dass die Grummelhummel hier genau das sein darf, was ihr Name verspricht: mürrisch, grummelig und ziemlich genervt. Das wirkt angenehm ehrlich. Sie wird nicht sofort gebremst, belehrt oder ausgegrenzt, sondern bekommt den Raum, um ihre Gefühle herauszulassen. Das ist doch mal eine schöne Einstellung. Nicht jede Geschichte muss mit guter Laune beginnen.

Auf der Suche nach Futter macht sich die Grummelhummel gemeinsam mit ihren Freunden auf den Weg ins Moor. Regenwurm, Feuerwanze, Spinne und Ameise begleiten sie, jede Figur mit eigenen Stärken und Eigenheiten. Niemand drängt sich in den Vordergrund, niemand ist nur Beiwerk. Das Zusammenspiel fühlt sich natürlich an, wie eine Gruppe, die sich ergänzt.

Im Moor wird schnell klar, dass dort etwas nicht stimmt. Pflanzen verschwinden, Lebensräume verändern sich und die kleinen Tiere merken, dass sie nicht die Einzigen sind, die Probleme haben. Das Thema Naturschutz wird hier schön gezeigt. Kinder erleben, dass sich etwas verändert hat und dass das Folgen hat – für alle.

Die Geschichte bleibt dabei ruhig erzählt. Sie setzt nicht auf große Dramatik, sondern auf Beobachtungen, Gespräche und gemeinsames Nachdenken. Lösungen entstehen nach und nach und oft gemeinsam. Das vermittelt ein gutes Gefühl von Zusammenhalt, ohne erhobenen Zeigefinger.

Die Sprache ist gut vorlesbar und klar strukturiert. Reime und rhythmische Passagen sorgen für Abwechslung. Die Illustrationen unterstützen die Stimmung sehr schön. Sie sind detailreich, aber nicht überladen, und fangen das Moor als besonderen Ort gut ein: ein bisschen geheimnisvoll, lebendig und stellenweise auch unheimlich, natürlich ohne Angst zu verbreiten. Text und Bild greifen gut ineinander.

Am Ende bleibt ein Bilderbuch, das Themen wie Umwelt, Veränderung und Zusammenarbeit kindgerecht vermittelt. Die Grummelhummel: Mission Moor erzählt davon, dass auch kleine Wesen etwas bewegen können und dass man Probleme nicht allein lösen muss. Eine Geschichte mit Herz, Humor und einer Botschaft, die nicht erklärt, sondern erlebt wird.

Vielen lieben Dank an Cyndia und den Alibri Verlag, die mir dieses wundervolle Buch zugesandt haben!

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Nico Sternbaum: “Hilf den Fahrzeugen – Ein MINI-Mitmachbuch”

Nico Sternbaum (Autor)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 18 Monate
22 Seiten
Pappbilderbuch: 7,99 €

Die Fahrzeuge brauchen dringend deine Hilfe!

Oje, die Polizei hat vergessen, das Blaulicht einzuschalten! Durch Rufen, Zeigen, Pusten oder Schütteln des Buchs hilfst du den Fahrzeugen und sie können sicher weiterfahren. (Klappentext)

Mitmachen statt nur Zuschauen – ein erstes Fahrzeugbuch zum Aktivwerden

„Hilf den Fahrzeugen“ ist ein sehr reduziertes, aber bewusst gestaltetes Mitmachbuch für die ganz Kleinen. Hier passiert nichts von selbst: Es gibt keine Klappen, keine Schieber, keine Soundknöpfe. Stattdessen fordert das Buch die Kinder direkt auf, selbst aktiv zu werden – zu pusten, zu zeigen, zu rufen oder das Buch zu schütteln. Genau darin liegt auch seine Stärke.

Die Situationen sind klar und schnell erfasst. Ein Blaulicht ist aus, ein Fahrzeug steckt fest, etwas funktioniert nicht so, wie es soll. Die Aufgabe des Kindes besteht darin, mit einer einfachen Handlung zu helfen. Das ist für Kinder ab etwa 18 Monaten gut verständlich und sorgt dafür, dass sie nicht nur zuhören, sondern wirklich eingebunden sind. Gerade für diese Altersgruppe ist das ein großer Pluspunkt, weil Aufmerksamkeitsspannen noch kurz sind und Beteiligung viel besser funktioniert als reines Vorlesen.

Die Illustrationen sind sehr minimalistisch gehalten. Fahrzeuge, wenige Elemente, klare Farben, keine überladenen Hintergründe. Der Fokus liegt eindeutig auf dem Problem und der Aktion. Das wirkt ruhig und übersichtlich und überfordert nicht. Kinder wissen sofort, worum es geht, und können sich ganz auf die Aufgabe konzentrieren. Mir gefällt diese Reduktion sehr, auch wenn sie natürlich Geschmackssache ist.

Inhaltlich darf man keine Geschichte im klassischen Sinn erwarten. Es gibt keinen Spannungsbogen und keine Entwicklung, sondern mehrere kurze Mitmachmomente. Das Buch lebt davon, dass es gemeinsam gelesen und gespielt wird. Erwachsene müssen mitmachen, mitsprechen und die Aktionen begleiten. Allein angeschaut verliert es schnell an Reiz.

Das handliche Mini-Format passt gut zu kleinen Händen und macht das Buch auch unterwegs praktikabel. Insgesamt ist „Hilf den Fahrzeugen“ kein Buch für lange Vorlesezeiten, sondern für kurze, aktive Momente. Als erstes Mitmachbuch erfüllt es seinen Zweck sehr gut. Es animiert zum Sprechen, Mitdenken und Mitlachen, ist schlicht, klar und altersgerecht.

Vielen lieben Dank an vorablesen.de und Penguin Junior für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.