Dieses Buch ist gefährlich
In diesem Buch lauern auf jeder Seite Gefahren – aber die kleine Qualle darin mag gefährliche Dinge überhaupt nicht! Am liebsten möchte sie aus dem Buch heraus… oder zumindest sicher bis ans Ende kommen. Komm mit und begleite die kleine Qualle auf ihrer gefährlichen Reise. Aber wehe, du weckst die schlafenden Wasserschlangen, spielst an der versunkenen Kanone herum, oder machst irgendetwas anderes, dass dieses gefährliche Buch für die kleine Qualle noch gefährlicher macht! (Klappentext)
Für kleine Unruhestifter
In diesem Buch geht es um eine kleine Qualle, die eigentlich nur eines möchte: sicher und unauffällig bis zur letzten Seite kommen. Leider hat sie Pech, denn sie steckt ausgerechnet in einem Buch, das voller Warnschilder, und Gefahren steckt. Schlafende Seeschlangen, Kanonen, spitze Dinge und hungrige Haie. Alles, was man lieber meiden sollte, taucht hier auf. Und während die Qualle verzweifelt versucht, Schaden abzuwenden, sitzen auf der anderen Seite die Kinder, die entscheiden können, ob sie leise sind, die Kanone anfassen, weiterblättern oder das Buch schütteln.
Der Reiz dieses Buches liegt im Miteinander zwischen der Qualle und den kleinen Leser:innen. Die Qualle kommentiert, protestiert, bittet, schimpft und gerät zunehmend aus der Fassung. Sie weiß genau, was schiefgehen kann, und kündigt das Unheil meist schon im Voraus an. Gerade dadurch wird jede Seite spannend, denn natürlich will man ausprobieren, was passiert, wenn man sich nicht an die Regeln hält.
Der Text arbeitet viel mit direkter Ansprache und kurzen, klaren Aufforderungen. Kinder werden nicht belehrt, sondern angesprochen. Sie dürfen Entscheidungen treffen, auch wenn diese Entscheidungen für die Qualle ausgesprochen unangenehm sind. Das sorgt für allerhand Gelächter (auch bei uns Vorlesenden).
Die Illustrationen unterstützen die Handlung hervorragend. Sie sind grafisch stark, mit kontrastreichen Farben und sehr deutlichen Ausdrücken. Die Qualle ist in ihrer Körpersprache extrem gut lesbar: Angst, Wut, Panik, Hoffnung. Alle Emotionen sind deutlich erkennbar. Dazu kommen die vielen Schilder, Pfeile und Warnhinweise, die fast schon überfordern und genau dieses Gefühl von „Hier läuft alles schief“ visuell verstärken. Man bleibt automatisch hängen und sucht Details.
Was mir besonders gefallen hat, ist, dass das Buch keine Spielereien braucht, keine Klappen, keine Pop-ups, keine Extras. Alles passiert über Sprache, Bild und das aktive Mitmachen der Kinder. Das fördert das aktive Zuhören, das Wahrnehmen und zeigt erste Reaktionsketten: Wenn ich dies tue, dann passiert das.
„Dieses Buch ist gefährlich“ eignet sich hervorragend für Kinder ab etwa drei Jahren, die Spaß daran haben, Dinge auszuprobieren, Regeln zu ‘hinterfragen’ und Reaktionen auszulösen. Und die kleine Qualle muss das irgendwie aushalten.
Vielen lieben Dank an vorablesen.de und den Verlag, die uns dieses brandgefährliche Buch zu Rezensionszwecken überlassen haben!
















